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asianfilmweb • Filme • 19 (JP 2000) • Nineteen
FILMEJP • 19
19

     aka NINETEEN
     JAPAN 2000

CAST & CREW
REGIE Kazushi Watanabe
DARSTELLERDaijiro Kawaoka, Kazushi Watanabe, Takeo Noro, Ryo Shinmyo, Masashi Endo, Nachi Nozawa, Yusuke Suzuki, Ikko Suzuki, Shoichi Koido
PRODUZENTTsutomu Kuno, Katsuaki Takemoto
SCRIPT/BUCHKazushi Watanabe

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD 19

DeutschlandPiffl/goodmovies • FSK 12 •
 1,85:1 anamorph
 japanisch DD2.0
 deutsch, englisch, französisch
 Trailer, Interview mit Regisseur & Hauptdarsteller...

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
82 Minuten

FILMINHALT
Ohne jeglichen Grund zerren drei junge Männer am hellichten Tag den Studenten Usami, den sie zuvor nach dem Weg fragten, in ihren Wagen und entführen ihn. Der Grund für diese Entführung bleibt im Dunkeln, nachdem einige Fluchtversuche des Studenten gewaltsam unterbunden werden, fügt sich Usami seinem Schicksal und begibt sich auf eine merkwürdige Reise, deren Ziel niemand zu kennen scheint. Usami und das Entführertrio, bestehend aus dem kindlich-sexy wirkendem "Yokohama", dem stets schweigenden "Kobe" und dem Hobbyfotografen "Chiba", der einst wohl selbst von "Yokohama" und "Kobe" entführt wurde, kommen sich auf ihrer Fahrt zum Meer langsam näher. Als das zweite Entführungsopfer "Happy" zur Gruppe stösst, überschlagen sich die Ereignisse und Usamis Leben gerät aus den Fugen.

FILMREZENSION VON ALEXANDER KOSCHNY
19 basiert zum Teil auf einer wahren Begebenheit. Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Kazushi Watanabe greift darin einen Fall auf, der sich so oder so ähnlich in seiner Heimatstadt zugetragen haben soll. Drei Männer entführten einen jungen Mann und entliessen ihn irgendwann mit einer 1$ Note wieder in die Freiheit. Alles was dazwischen geschieht, ist filmische Fiktion. Watanabe benannte die drei Entführer nach japanischen Regionen, mehr ist über ihre Identität nicht bekannt. Bei Takeo Noro und Ryo Shinmyo handelt es sich übrigens nicht um professionelle Schauspieler, sondern einfach um Freunde des Regisseurs, die durch ihre Natürlichkeit umso authentischer wirken. Eines vorweg, 19 ist ein guter Film, aber nicht der Geniestreich für den ihn viele, vor allem westliche Kritiker, halten. Als 19 in Deutschland uraufgeführt wurde, rauschte ein wahrer Sturm an Lobeshymnen durch den deutschsprachigen Blätterwald. Dabei ist der Film vor allem eines, ein Unikat. Stilistisch mag er noch am ehesten mit Shinji Aoyamas beinahe zeitgleich enstandenem Werk "Eureka" verwandt sein. Bei beiden handelt es sich um stille, realitätsnahe Filme, die in eine ungewöhnliche Optik gehüllt wurden. Nun erreicht "Eureka" beinahe die vierfache Laufzeit von 19, und 19 wirkt im Vergleich zu Aoyamas altmeisterlicher Komposition wie das Werk eines rebellischen jungen Wilden, der sich vorgenommen hat, mit sämtlichen Konventionen des Films zu brechen. Watanabes Bilder sind überbelichtet, mit starkem Hervorhebungsdetail. Begleitet wird das Ganze von coolem Gitarrenrock, wobei einige Stücke beinahe an moderne Interpretationen klassischer Western-Themes erinnern. Was Watanabe allerdings fehlt, ist ein ausgereiftes Drehbuch, denn 19 gibt im Endeffekt zu wenig her. Es ist insbesondere der Mittelteil des Films, der hier ein wenig einknickt. Watanabe zeigt seine Figuren bei Freizeitaktivitäten wie Shopping, Zoobesuch und einen Ausflug ans Meer. Doch das Ganze ist zu wortkarg in Szene gesetzt, der Film beginnt zu stagnieren und kommt nicht mehr so recht von der Stelle. Der junge Regisseur setzt hier auf starke Bilder, die er in langen Einstellungen zeigt, man spürt wie er selbst diese Bilder geniesst, doch er läuft zunehmend Gefahr damit, den Zuschauer auf die Dauer zu langweilen. Dass man über die Motivation der Entführer nichts erfährt, ist in Ordnung. Dadurch wird die Mystik verstärkt und zudem zeigt Watanabe das Portrait einer Generation, die verzweifelt nach einem Sinn in ihrem Leben zu suchen scheint. Doch dass seine Figuren eben dadurch auch keine echte Charaktertiefe erlangen, muss man kritisieren dürfen. Erst als das zweite Entführungsopfer "Happy" auftritt, kommt die Handlung wieder ins rollen, und was dann geschieht, wird wohl die wenigsten kalt lassen. Kazushi Watanabes Film ist sicher einzigartig, egal was man letzten Endes von diesem Film hält, vergessen wird man ihn wohl nicht so schnell. Die Bilder, die Musik, die wie selbstverständlich wirkende Coolness - das alles wird einem im Gedächtnis bleiben, zumal der Film mehr Fragen aufwirft als beantwortet und somit viel Raum für die Interpretation des Einzelnen lässt. Der Durchhänger im Mittelteil ist somit zu verschmerzen. In jedem Fall ist 19 ein Film, den jeder einmal gesehen haben sollte, und sei es nur, um sich ein eigenes Urteil bilden zu können.

FILMREZENSION VON LAGO
Der Titel dieses ungewöhnlichen japanischen Films, "19", hat nicht direkt etwas mit dem Film zu tun. Regisseur Kazushi Watanabe war zu dem Zeitpunkt, als er sich an die Arbeit zu seinem Erstlingswerk im Spielfilmbereich machte, 19 Jahre alt. Zufälligerweise ist aber auch das Entführungsopfer in dem Alter. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Ein Student aus seinem Freundeskreis ist von 3 anderen jungen Männern entführt worden. Wie im Film, wurde nie bekannt, wer die drei Typen sind. Sie nannten nie ihre wirklichen Namen. Sie stiegen ins Auto, fuhren los und blieben verschwunden. Was in Wirklichkeit nicht geschah, ist der Auftritt des zweiten Opfers am Strand. Zudem hat Watanabe den Charakteren etwas mehr Tiefe verliehen. Ansonsten sind die Ereignisse wirklich geschehen. Auch, dass das Ende mit der 1$-Note-Geschenkszene. Was das Motiv der drei Entführer war ist nicht klar und will Watanabe auch gar nicht lösen. "19" wirft hinterlässt viele offene Fragen und lässt somit viel Platz für die eigene Interpretation und Diskussionen. Unter dem Aspekt, dass der Film auf wahrer Begebenheit beruht, wirkt der Film natürlich noch beeindruckender. Er hat einige unglaublich komische und groteske Szenen zu bieten, die einen zum einen Staunen lassen, zum anderen aber herrlich zum Lachen anregen. Bei der Supermarktszene oder im Zoo kam ich z.B. gar nicht mehr aus dem Lachen heraus. Nicht ganz so professionell wirkt der immer wieder abrupt auftauchende Schnitt mit jeweils ein paar Sekunden schwarzem Bild. Auch der Schluss kam etwas plötzlich, aber es ja nun mal so passiert und schlecht ist er ja absolut nicht. Neben der Story, die wirklich mal etwas anderes bietet, den guten Darstellern und dem Humor hat mir auch der eigenartige, "ausgewaschene" Look des Films gefallen. "19" wurde auf einem Super-16mm-Film gedreht. Der besondere Look, mit den blassen Farben entstand durch einen komplexen Prozess von digitaler Bearbeitung und mehrfachen Materialtransfers in der Postproduktion. Watanabe arbeitete sehr experimentell und ist mit dem letztendlichen Ergebnis zufrieden. Das kann er auch. Mit den rauhen Gitarrensounds, die immer wieder während des Films die Geschehenisse untermalen, erinnert der Film sogar teils an die Werke von Jim Jarmusch. Auch einen Hauch Takeshi Kitano spiegelt sich im Film wieder. "19" ist visuell grandios inszeniert und die Story weiß, trotz oder gerade wegen der vor Coolness strotzenden Charaktere, zu unterhalten und reisst einen zugleich ziemlich mit. Diesen Film muss man einfach als (Asian-)Filmliebhaber zumindest einmal gesehen haben. Nicht ganz zu 100% perfekt, aber im Gesamtbild doch sehr genial!



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