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asianfilmweb • Filme • After This Our Exile (HK 2006)
FILMEHK • AFTER THIS OUR EXILE
AFTER THIS OUR EXILE

     HONG KONG 2006

CAST & CREW
REGIE Patrick Tam Ka-Ming
DARSTELLERAaron Kwok, Charlie Yeung, Kelly Lin, Qin Hailu, Valen Hsu, Gouw Ian Iskandar, Lester Chan Chit-Man, Allen Lin, Qin Hao, Tsui Ting Yau, Wang Yi-Xuan, Xu Liwen, Faith Yang

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD After This Our Exile - Director's Cut

HongkongPanorama
 3 DVDs
1,85:1 anamorph · kantonesisch dts/DD5.1,...
WEITERE VÖ
AKTUELLSTE VÖ
 DVDAfter This Our ExileHongkongPanorama 

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
121 | 159 (DC) Minuten

FILMINHALT
Shing (Aaron Kwok) ist ein heruntergekommener Spieler, der sein weniges Geld mit Kochen verdient und stets auf der Flucht vor Geldeintreibern ist. Seine Frau Lin (Charlie Yeung) versucht zum wiederholten Male ihn zu verlassen, nur sein Sohn (Gouw Ian Iskandar) hält, um das kleine Familienglück zu retten, an ihm fest. Die Familie leidet unter Shings Spielsucht, dem ewigen Geldmangel und seinen immer wieder neuen Versprechen, dass doch noch alles besser würde. Dabei schwankt Shings Gemütszustand zwischen sentimentalen Selbstmitleidsanfällen und cholerischen Handgreiflichkeiten gegenüber der Familie. Als Lin ihn schlussendlich doch verlässt, um einen anderen Mann zu heiraten, geht es für Vater und Sohn immer weiter bergab. Sie verlieren ihr Zuhause und halten sich mit kleineren Gaunereien über Wasser bis auch dies nicht mehr geht. Als der Junge bei einem Einbruch vom Hauseigentümer übelst verprügelt wird, läuft Shing einfach davon und lässt seinen Sohn zurück, der von der Polizei in einem Heim untergebracht wird. Dort bittet Shing ihn wieder einmal um Verzeihung, doch etwas Unvorhersehbares passiert.

FILMREZENSION VON MICHAEL FROST
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich lange Zeit gescheut habe, diesen Film zu sehen und zu besprechen. Er lag schon seit längerem bei mir im Regal, aber ich fand immer einen neuen Grund, ihn nicht zu sehen. Woran es lag, kann ich eigentlich auch genau sagen. Ich habe selbst Kinder und seitdem ich Johnnie Tos "The Story of my Son" vor ein paar Jahren gesehen hatte, war mir klar, dass Filme, in denen Kinder leiden müssen, für mich nur schwer zu ertragen sind. Schlussendlich habe ich der Sache aber doch ins Auge geschaut, vor allem weil der Film weltweit soviel positive Resonanz bekam. Nicht umsonst verwies er bei den diesjährigen "Hong Kong Film Awards" die hochkarätige Konkurrenz auf die Plätze, und stellt mit Gouw Ian Iskandar den jüngsten Award-Gewinner aller Zeiten. Der Film ist auch auf allen Gebieten meisterlich. Von Kameraarbeit und Schnitt (z.B. die doppelte Sex-Szene), über die Farben (z.B. am Fluss) bis hin zur abwechslungsreichen Musik (das Eröffnungslied und das Klavierstück am Ende passen einfach unglaublich) wird hier eine kleine menschliche Geschichte erzählt, die wirklich dramatisch sein darf, ohne ins Kitschige abzugleiten. Ich habe den um mehr als eine halbe Stunde längeren Director's Cut gesehen, der aber zu keiner Minute langweilig oder überambitioniert wirkt, wie das bei solch langen Versionen vorkommen kann. Im Prinzip besteht der Film aus drei Teilen: Der erste Teil stellt die einzelnen Personen, die Probleme bzw. Beziehungslagen vor und endet mit dem Weggang der Mutter. Teil Zwei erzählt ausführlich die Geschichte von Vater und Sohn, während Teil Drei mit knapp 20 Minuten der kürzeste ist. Hier geht die Geschichte ca. 10 Jahre später weiter und endet mit einem der nachhaltigsten Enden, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Es ist wie ein Paukenschlag, obwohl doch eigentlich gar nicht viel passiert. An dieser Stelle darf man wirklich von hoher Kunst sprechen und Patrick Tam nur gratulieren. Er hat es geschafft, einen Film zu machen, der in allen Belangen den Ansprüchen höchster Filmkunst genügt, ohne dabei überintellektuell oder langweilig zu sein. Selbst Aaron Kwok spielt einfach nur fantastisch, gerade auch weil seine Rolle nichts Positives in sich trägt. Er gibt den unglaublich egozentrierten Jammerlappen, der gerne den harten Mann markiert, bis in die kleinste Einzelheit mit solchem Können, das man sich fragt, warum er solche Rollen vorher nicht besetzen durfte? Seine Auszeichnung für "Divergence" kann mit dieser Leistung überhaupt nicht verglichen werden. Auch der Preis für Gouw Ian Iskandar geht in Ordnung, denn er spielt den Jungen (dessen Namen man nicht erfährt, jedenfalls nicht in den englischen Untertiteln) mit wirklicher Intensität, ohne dabei hölzern oder übertrieben zu wirken. Eine wirklich große Leistung für solch einen jungen Schauspieler und ein weiteres Lob an den Regisseur und das Casting-Team. Als Hauptthema des Films würde ich die Worte "Verrat" und "Verlassenheit" ins Spiel bringen. Der Junge wird in allen Belangen von den Erwachsenen verraten, seine Mutter verlässt ihn zwar mit Gewissensbissen, aber auch ohne Nachhaltigkeit. In ihrem neuen idyllischen Leben hat er nicht so richtig einen Platz, auch wenn ihr Ehemann einen halbherzigen Versuch dahingehend unternimmt, der wohl für beide mehr Alibicharakter hat. Schlussendlich will sie die Vergangenheit hinter sich lassen, auch aus Angst ihre Zukunft zu verlieren. Mit dem Vater verbindet den Jungen eine auf den ersten Blick unverständlich tiefe Beziehung, vielleicht auch, weil er die "Morgen werde ich mich ändern"-Sprüche seines Vaters noch nicht als das erkennen kann was sie sind, leere Worthülsen. Bis zum Schluss hofft er und will er seinem Vater glauben, erst als er es - im wahrsten Sinne des Wortes - eingebläut bekommt, erkennt er den Grad des Verrats und seiner eigenen Verlassenheit. Seine verzweifelte und brutale Reaktion auf den folgenden weiteren Annäherungsversuch des Vaters führt für diesen an den Rand des Selbstmords, während der Sohn, mittlerweile erwachsen, erneut erkennen muss, dass die Menschen, auf die er zutiefst vertraut und die er zutiefst geliebt hat, ihn zurücklassen mussten, um glücklich zu werden. Diese Szene ist von solcher Intensität und Dramatik, dass ich sie mir mehrmals angesehen habe und sie mir immer noch nachgeht. Mit der Wiederaufnahme der Anfangsszene schließt sich der Kreis und der Vorhang fällt. Allerdings bleibt weiterhin offen, ob diese Szene, die ein solch unglaublich schönes DVD-Cover abgibt (Vater und Sohn auf dem Fahrrad mit dem Windrad), wirklich passiert ist oder nur ein Wunschtraum des Jungen war? Wirklich großes Kino, das dem geneigten Zuschauer aber einiges abverlangt, und die Frage aufwirft, warum zum Teufel Patrick Tam seit 1989 außer Editorarbeiten für Wong-Kar Wai und Johnnie To keine Filme mehr gedreht hat?



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