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asianfilmweb • Filme • The Banquet (CN 2006) • Der Ruf des Kaisers
FILMECN • THE BANQUET
THE BANQUET •

     aka DER RUF DES KAISERS
     CHINA 2006

CAST & CREW
REGIE Feng Xiaogang
DARSTELLERZhang Ziyi, Daniel Wu, Ge You, Zhou Xun, Ma Jingwu, Huang, Xiaoming, Zhou Zhonghe, Qiusheng Zeng, Xiyan Xu, Yanbin Liu
PRODUZENTJohn Chong, Wang Zhongjun
SCRIPT/BUCHQiu Gangjian, Sheng Heyu
CHOREOGRAPHIEYuen Woo-Ping
MUSIKTan Dun

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD The Banquet - Special Edition

DeutschlandKinowelt2 Discs • FSK 12 •
 1,78:1 anamorph
 deutsch DD 5.1, mandarin DD 5.1
 deutsch
 Steelbox, Kurzfeaturettes: "Die Kulissen", "Die Kostüme",...
WEITERE VÖ
AKTUELLSTE VÖ
 DVDThe BanquetHongkongMega Star 
 DVDThe Banquet - Special EditionHongkongMega Star 
 OSTThe BanquetHongkongUniversal Music 

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
131 Minuten

FILMINHALT
"Der Kaiser ist tot, lang lebe der Kaiser." Wir befinden uns am Anfang Chinas geschichtsträchtiger Periode der "5 Dynastien und 10 Königreiche" (907-960) in der abtrünnige Kriegsherren ihre eigenes Reich proklamieren und die Kaiserfamilie hart um ihren Stand zu kämpfen hat. Doch deren Rehabilitierung scheint nicht möglich, nicht zuletzt weil das Leben im Adelshaus von Affären und Intrigen geprägt ist. Li (Ge You) besteigt als neuer Kaiser den Thron, nachdem sein Bruder unter fragwürdigen Umständen sein Leben lassen musste. Dass er als Kaiser gleichzeitig das Recht auf seines Bruders Frau, die Kaiserin Wan (Zhang Ziyi) hat, stellt für ihn keine Frage dar. Um jedoch zu verhindern, dass die ehemalige Liebschaft der Kaiserin, der Sohn seines Bruders, Kronprinz Wu Luan (Daniel Wu), den Thron für sich beansprucht, entsendet er eine Truppe kaiserlicher Mörder um nach dessen Leben zu trachten. Wu Luan fristet sein einsames Dasein als Dichter im Wald. Dem Attentat auf seine Person entgeht er nur knapp. Er kehrt in den Palast zurück, wird vom Kaiser jedoch ins Exil verbannt. Weitere Mordversuche folgen, die nicht zuletzt dank Kaiserin Wans geheim entsandten Truppen scheitern. Als Kaiser Li schließlich zur Krönung der alten und neuen Kaiserin ein Bankett gibt, kommt es zu großen Überraschungen. Nicht nur der von ihm tot geglaubte Wu Luan hat tödliche Pläne...

FILMREZENSION VON RICHARD REICHER
Die Reaktion die das Publikum bei den Filmfestspielen in Venedig, der ersten Vorführung von Feng Xiaogangs Kostümepos "The Banquet", entgegenbrachte war Lachen. Lachen, weil man nichts mit dem Gesehenen anzufangen wusste. In der Tat stellt dieser Film wohl etwas dem westlichen Publikum wenig Zugänglichen dar. Gänzlich schlecht ist er aber auf gar keinen Fall und eine derartige Reaktion hat er sich nicht verdient. "The Banquet" ist ein wunderbar artistisches Werk der leisen Töne und der großen Bilder, dessen angeblich häufige Parallelen zu Shakespeares Hamlet ein zusätzliches Vergnügen darstellen soll. Doch auch wem dieser Stoff bis jetzt im Verborgenen blieb wird die unsagbare Poesie, welche jede Nuance dieses Films beherrscht, nicht vorenthalten bleiben. The Banquet gestaltet sich wie ein bitter-schönes Märchen, das man auf keinen Fall ernst nehmen sollte. Die Schwertkampfszenen, die zum Leidwesen vieler, hauptsächlich am Filmanfang untergebracht wurden, strotzen nur so vor Brutalität, sind sehr graphisch gehalten und gut gefilmt. Abgeschlagene Köpfe und wilde, in Zeitlupenaufnahmen auf Bambuslaternen aufschlagende Blutfontänen sind jedoch vor allem artistische Mittel, als dass sie den Blutdurst irgendwelcher Gewaltfans stillen werden. So haben die Schwertkunst und ihre schwerelose Inszenierung ihren eindrucksvollen und ob der musikalischen Untermalung fast meditativen Platz inmitten dieser audiovisuellen Augenweide, obwohl man über die bloße Notwendigkeit von Action in diesem Film vielleicht sogar streiten kann. Zeitlupen und lange Einstellungen werden gerne gewählt um die Geschichte nur mäßig voranzutreiben, um in den Bildern zu schwelgen und jeden Fingerzeig der Protagonisten hochzustilisieren. Eine eisige Kühle umweht die Darsteller und oft den Zuseher. Die Geschichte bleibt, obwohl schauspielerisch wunderbar illustriert, abgekühlt steril und oberflächlich. Geprägt von zwanghaftem Zeremoniell leben die Hauptfiguren in ihrem goldenen Käfig, sinnieren vor sich hin, interagieren aber viel zu selten so, als das man sich mit ihnen identifizieren könnte. Vielleicht sind sie aber auch gewollt, die vielen leisen Töne. Die innerlich zerrissenen Charaktere versuchen sich zumeist nichts anmerken zu lassen, sprechen bedacht und nehmen sich so die Worte einer ungewohnt düsteren Zhang Ziyi zu Herzen: Die höchste Kunst des Schauspiels ist es, sein eigenes Gesicht in eine unlesbare Maske zu verwandeln. Masken sind omnipräsent und das wahrscheinlich stärkste Symbol dieses Films. Nicht zuletzt weil deren Verwendung Emotionen verdecken soll - in diesem Fall zumeist Tränen der Einsamkeit. Dass die Einsamkeit das große Hauptmotiv der Geschichte darstellt, wird nicht erst durch den Text und Klang, des allgegenwärtigen Themes bewusst. In all ihrer melancholischen Poesie überträgt sich die einsame Stimmung nahtlos auf die Bilder und deren Komposition. Doch gerade weil der Film genau weiß in welch überartifizielle Richtung er einschlägt ohne sich einen Funken weniger ernst zu gestalten, entsteht bei manchen erstaunlich unkonventionellen Ideen aber tatsächlich ein tragisch-komisches Gefühl, welches das Phänomen von Venedig erklären, jedoch nicht rechtfertigen könnte. Fest steht aber, dass die oft fast hypnotisch leisen Töne eben nicht jeden unterhalten, immerhin sollte ein Film sich nicht anfühlen wie ein Kirchenbesuch. Doch oft tut er das, spätestens sobald er sich mehr und mehr in Richtung Kammerspiel bewegt. In dieser Kategorie ist er wohl kein Gegner für den herausragenden "Curse Of the Golden Flower", ein Vergleich den sich "The Banquet" gefallen und darunter leiden muss. Dennoch kann man sich auch derart in die gezeigten Bilder und die melancholische Stimmung verlieren und ein Meisterwerk darin sehen, was der Film sichtlich gerne wäre. Viele - so wie ich - tun es nicht. Dennoch bleibt "The Banquet" ein hoch interessanter Streifen, bei dem sich die Geister scheiden und daher der viel zu oft zitierte Satz "Ein Film den man hasst oder liebt" tatsächlich angebracht scheint.



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