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asianfilmweb • Filme • Black Angel (JP 1997) • Black Angel - Volume I, Black Angel Vol. 1, Kuro No Tenshi Vol. 1
FILMEJP • BLACK ANGEL
BLACK ANGEL

     aka BLACK ANGEL - VOLUME I, BLACK ANGEL VOL. 1, KURO NO TENSHI VOL. 1
     JAPAN 1997

CAST & CREW
REGIE Takashi Ishii
DARSTELLERRiona Hazuki, Reiko Takashima, Jinpachi Nezu, Kippei Shiina, Miyuki Ono, Yoshiyuki Yamaguchi, Hideo Murota, Shingo Tsurumi, Ren Osugi

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD Black Angel

Deutschlandi-on/Splendid
 1,78:1 anamorph · deutsch DD5.1, japanisch DD2.0 ·...

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
106 Minuten

FILMINHALT
Die sechsjährige Tochter eines Yakuza Chefs, entgeht nur knapp einem Anschlag auf ihre Familie. Während ihre Eltern grausam ermordet werden, kann sie mithilfe einer geheimnisvollen Profikillerin nach Amerika fliehen. Jahre später kehrt sie zurück, um den Mord an ihren Eltern zu rächen...

FILMREZENSION VON FK
Regisseur Takashi Ishii, dessen bislang bekanntester Film der Festivalliebling "Gonin" ist, zeigt auch hier wieder sein Gespür für düstere Bilder. Tokio als alles verschlingender Moloch, an dem die Sonne niemals aufzugehen scheint, dient als Schauplatz für diesen Rachethriller. Stilistisch pendelt der Film zwischen herben, körnigen Aufnahmen und einer sehr artifiziell wirkenden Optik. Besonders auffällig ist die Verwendung von Wasser und den damit verbundenen Reflexionen als Stilmittel. Neben der exzellenten Bildsprache beeindruckt aber vor allem Ishiis Fähigkeit, sich gekonnt den Genrekonventionen zu widersetzen. Da wird der Zuschauer unvermittelt mit einer poetisch schönen Tanzsequenz konfrontiert, die angesichts der vorherigen Gewaltentladungen beinahe surrealistisch erscheint. Die Grenze zum Absurden wird immer wieder durchbrochen. Besonders eine minutenlange, äußerst verstörende Sequenz, die eine Folterung Ikkos durch ihre Peiniger beschreibt, ist grotesk überzeichnet. Die starke Wirkung dieser quälenden Szene auf den Zuschauer wird durch den Verzicht auf jegliche Schnitte noch verstärkt. Die folgende Vergewaltigung ist dann nur die konsequente Steigerung der Unterwerfung und Demütigung. Hier kann man zunächst natürlich Ishiis spekulative Absicht kritisieren. Allerdings ist diese Szene dramaturgisch nicht unwichtig, da dem Zuschauer die Identifikation mit Ikko stark erleichtert wird. Auch der unermessliche Hass auf ihre Gegner erscheint so weitaus plausibler. Gerade Ishiis Interesse an den Charakteren verdankt der Film einen Großteil seiner Faszination. Dadurch unterscheidet sich "Black Angel" von vielen anderen Filmen, die zwar starke Akzente in der formalen Gestaltung setzen können, aber ansonsten nur wenig zu bieten haben. Auch die schauspielerischen Leistungen aller Beteiligten bewegen sich durchgehend auf hohem Niveau. Das die Grundkonstellation des Genrekinos zugunsten einer weiblichen Rächerin erweitert wurde, ist zudem eine willkommene Abwechslung. Ähnlich wie in "Gonin 2" oder auch dem Drama "Freeze Me" zeigt sich Ishiis Vorliebe für starke Frauenfiguren, die sich in einer von Männern dominierten Welt (in diesem Fall dem Gangster Milieu) nur unter Einsatz von Gewalt behaupten können. Das alles bestimmende Element dieses Films ist die Gewalt, die geradezu omnipräsent ist. Letztlich ist Ishiis Botschaft aber eine Absage an die Gewalt, da auch der finale Racheakt keine Erlösung für Ikko bringt. Gewalt als Teufelskreis, dem niemand entrinnen kann. Bereits die in ihrer ungeschönten Grausamkeit gezeigte Ermordung der Familie Ikkos zeugt von einer höchst pessimistischen Weltsicht, da die Polizei als Synonym für Recht und Ordnung demontiert wird. Der zu Beginn eintreffende Polizist erweist sich auch nur als sadistischer Mörder. Moralische Werte sind bedeutungslos. Auch das höchst dramatische Finale zeugt von einem beispiellosen Nihilismus, da Hass und Tod triumphieren. Der Film wird übrigens im Gegensatz zu "Gonin" sehr stringent erzählt. Auf Nebenplots wird hier beinahe vollständig verzichtet. Zielstrebig steuert Ishii auf den Showdown zu. Ob man dies als Kritikpunkt wertet, ist wohl allein von den subjektiven Ansprüchen des Zuschauers an einen Film abhängig. Meines Erachtens büßt der Film dadurch etwas an Tiefe ein. Eine etwas komplexere Handlung hätte dem Film wohl die Höchstwertung beschert. Fazit: "Black Angel - Volume 1" ist ein weiterer, brillanter Eintrag in Ishiis Filmografie. Allen, die sich nicht an dem pessimistischen Grundton und den expliziten Brutalitäten stören, sei der Film wärmstens empfohlen.



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6,3/10 bei 7 Stimme(n)
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