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asianfilmweb • Filme • Blessing Bell (JP 2002)
FILMEJP • BLESSING BELL
BLESSING BELL

     JAPAN 2002

CAST & CREW
REGIE Hiroyuki Tanaka
DARSTELLERSusumu Terajima, Naomi Nishida, Ryoko Shinohara, Itsuji Itao, Sansei Shiomi, Toru Tezuka, Kazuko Shirakawa, Kôji Yokokawa, Seijun Suzuki

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD Blessing Bell (Edition Asien)

DeutschlandRapid Eye Movies • FSK 12 •
 1,78:1 anamorph
 japanisch DD 2.0
 deutsch
 Kinotrailer
WEITERE VÖ
AKTUELLSTE VÖ
 DVDSabu Double FeatureRezension des Titels vorhandenDeutschlandRapid Eye Movies 

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
87 Minuten

FILMINHALT
Igarashi ist ein durchschnittlicher Fabrikarbeiter in einer japanischen Kleinstadt. Eines Tages steht er vor den verschlossenen Toren seines Betriebs. Während seine Kollegen protestieren und sogar Selbstmord begehen, zieht Igarashi einfach los. Ziel- und wortlos lässt er sich durch die Straßen seiner Heimatstadt treiben und begegnet einem Yakuza, der kurz darauf aufgrund einer Stichverletzung das Zeitliche segnet. Für Igarashi der Beginn einer unglaublichen Odyssee. Er wird zu Unrecht ins Gefängnis gesteckt und begegnet einem Mörder, der den Lover seiner Frau auf dem Gewissen hat. Kurz darauf wird Igarashi selbst zum Mörder und rettet Minuten später Kinder aus einem brennenden Haus, um seine Schuld zu begleichen, wofür er eine Auszeichnung erhält. Nur wenig später wird er von einem Geschäftsmann angefahren der Fahrerflucht begeht. Im Krankenhaus begegnet er dem Geist eines alten Mannes, der Igarashi bittet, seine Frau aufzusuchen. Igarashi gewinnt in der Lotterie und wird kurz danach beklaut. Nachdem er einem Selbstmörder und einem ebenso hoffungslosen Krebspatienten über den Weg läuft, nähert sich seine Reise dem Ende...

FILMREZENSION VON ALEXANDER KOSCHNY
Unglaubliche Zufälle, die Kultregisseur Sabu hier aneinander reiht. Doch die Abfolge dieser Zufälle inszeniert Sabu mit einer Natürlichkeit, die es dem Zuschauer leicht macht, sie einfach zu akzeptieren. Susumu Terajima, der hier zum ersten Mal Shinichi Tsutsumi in der Hauptrolle in einem Film des Regisseurs ablöst, spielt seinen Part mit melancholischem Blick und minimalistischen Gesten. Terajima wurde durch die Rolle des Sidekicks von Takeshi Kitano in dessen ausgezeichnetem Werk "Sonatine" bekannt. Neben Kitano greift auch Sabu immer wieder auf den Mann mit dem Charaktergesicht zurück. Wie eine Art Gene Hackman oder Ernest Borgnine Japans ist der vielbeschäftigte Terajima immer gut um einen Film als Nebendarsteller zu veredeln, aber in Hauptrollen ist der Schauspieler leider kaum zu bewundern, unverständlicherweise, muss man dazu sagen. Wie schon in Kazuyoshi Kumakiris Film "Hole in the Sky" beweist er auch hier, dass er einen Film durchaus tragen kann, und das obwohl er die gesamten 87 Minuten hindurch keine einzige Silbe von sich gibt. Das ist aber auch überhaupt nicht nötig, denn Susumu Terajima schafft es die lakonische Grundstimmung des Films allein durch sein markantes Gesicht auf den Zuschauer zu projizieren. Sabu richtet seinen Fokus auf den Schauspieler der als Dreh- und Angelpunkt seines Films fungiert und nimmt sich dabei enorm viel Zeit. Blessing Bell handelt von Karma, Spiritualität, Moral und Gesellschaftskritik; Motive die in Sabus Filmen immer wieder auftauchen. Dennoch ist Blessing Bell anders, der Humor und die Spritzigkeit seiner vorherigen Filme weicht einer unterschwelligen Elegie. Somit sticht Blessing Bell deutlich aus Sabus Gesamtwerk heraus. Seine Hauptfigur Igarashi bleibt ein Mysterium, im Gegensatz zu Sabus früheren Protagonisten fällt es hier schwer, einen Bezug zu diesem von Passivität geleiteten Charakter herzustellen. Das entscheidende an Blessing Bell ist die Einfachheit, der Minimalismus. Visuell ist der Film keine Augenweide, alles wirkt sehr alltäglich, die Kamera fängt das Geschehen beinahe statisch ein. Musik gibt es erst gegen Ende des Films und diese besteht aus ebenso simplen Gitarrenklängen. Doch damit nicht genug, dieser Film ist so ruhig und langsam, dass man beinahe glaubt, förmlich das Gras, auf dem Igarashi wandert, wachsen zu hören. Alles an Blessing Bell wirkt irgendwie reduziert, auch die Bewegung. Erst ganz am Schluss beginnt Igarashi zu laufen, zu rennen. Und hier kommt auch der Punkt, an dem Sabu mit einem hoffnungsvollen, beinahe schon kitschigem Ende überrascht. Doch ebenso wie die skurrilen Zufälle zuvor fällt es einem nicht schwer, dieses Ende zu akzeptieren, und das ist das eigentlich skurrile an diesem Film. Sabu schafft eine beachtenswerte Gradwanderung zwischen nüchternem Realismus und losgelöster Fantasterei. 87 Minuten lang nachdenken über das Leben, einen Augenblick lang inne halten, das ist es wohl was Sabu mit diesem Film bewerkstelligen wollte. Das gelingt ihm über weite Stecken, dennoch muss man als Fan und Kenner der Filme des Regisseurs wohl mit der Enttäuschung leben, dass Blessing Bell in der tiefschwarze Witz, die Action und vor allem die schrulligen aber sympathischen Loser Typen zu großen Teilen einfach fehlen. Das Tempo ist langsam, die Stimmung melancholisch, die Charaktere wortkarg und somit spricht Sabus Roadmovie in erster Linie ein geduldiges Arthouse Publikum an.



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