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asianfilmweb • Filme • A Snake Of June (JP 2002) • A Snake Of June - Rinkos Geheimnis
FILMEJP • A SNAKE OF JUNE
A SNAKE OF JUNE

     aka A SNAKE OF JUNE - RINKOS GEHEIMNIS
     JAPAN 2002

CAST & CREW
REGIE Shinya Tsukamoto
DARSTELLERAsuka Kurosawa, Yuji Kohtari, Shinya Tsukamoto, Mansaku Fuwa, Tomoko Matsumoto, Tomorowo Taguchi, Susumu Terajima

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD A Snake of June - Rinkos Geheimnis

DeutschlandStarmedia • FSK 16 •
 Vollbild
 deutsch dts/DD 5.1, japanisch DD 5.1
 deutsch
 Trailer, Slideshow, Kommentar von Shinya Tsukamoto,...

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
77 Minuten

FILMINHALT
Irgendwo in einer namenlosen Großstadt in Japan zur Regenzeit, beginnt Regisseur Shinya Tsukamoto seine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte einer Frau namens Rinko, die für eine Telefonseelsorge-Agentur arbeitet, ansonsten aber ein langweiliges und isoliertes Leben führt. Ihr Mann Shigehiko ist ein kahlköpfiger, übergewichtiger Workaholic mit Sauberkeitsfimmel. Die Gespräche des Paares beschränken sich auf Oberflächlichkeiten. Rinko und Shigehiko leben mehr nebeneinander als miteinander. Rinkos Leben ändert sich als sie von einem Voyeur erpresst wird, in dessen Besitz sich anzügliche Fotos von ihr befinden. Nur wenn Rinko tut was er sagt, bekommt sie die Negative der Bilder. Der Voyeur ist Rinko bekannt, sie hat ihn bei der Telefonseelsorge dazu gebracht, sich nicht das Leben zu nehmen. Seine Erpressungsversuche sind seine Art, sich bei Rinko zu revanchieren. Er versucht sie dazu zu bewegen Dinge zu tun, die sie schon immer einmal tun wollte, um sie aus ihrer Lethargie zu befreien...

FILMREZENSION VON ALEXANDER KOSCHNY
Shinya Tsukamoto, der hier als Regisseur, Produzent, Drehbuchautor, Kameramann und Darsteller des Voyeurs fungiert, hüllt seinen 75minütigen Film in schwarz/weiß mit einem prägnanten Blaustich. Aus ästhetischer Sicht macht der Film durchaus etwas her, doch wie zu Schulzeiten stellt man sich die Frage, was will uns der Autor mit seiner Geschichte sagen? A Snake Of June handelt vordergründig von Sex und Erotik, und das in einer Weise, die viele als krank und pervers empfinden werden. Tsukamoto schafft allerdings einen Kontrast zwischen den lebensfeindlichen Betonschluchten der Großstadt und dem unaufhörlichem Regen, der sich ihnen entgegenstellt. Er portraitiert eine Frau die in gesellschaftlichen Zwängen gefangen ist, mehr tot als lebendig, unzufrieden mit ihrer Ehe, doch letztendlich in ihr Schicksal gefügt. Durch den Voyeur schafft sie es immer mehr aus diesem Korsett auszubrechen. Asuka Kurosawa spielt ihre Rolle fantastisch, ihr Wandel von der biederen Ehefrau hin zur begehrenswerten Femme Fatale gelingt ihr problemlos ohne dabei in Klischees zu verfallen. Die Darstellerin strahlt von Anfang an eine, zu Beginn noch versteckte, Erotik aus. Das alles sind gute Ansätze, nur verliert sich Tsukamoto mit der Zeit zu sehr in Perversitäten, die sicher provozieren sollen, was der Film allerdings überhaupt nicht nötig gehabt hätte. Auch die albtraumhaften Visionen, in die sich Rinkos Mann Shigehiko verfängt, wirken unlogisch und aufgesetzt, mehr als Mittel zum Zweck, um den Film mit einem zusätzlichen künstlerischen Aspekt anzureichern, was der Handlung allerdings eher hinderlich ist. Der anfängliche Realismus driftet immer mehr in surreale Bilder ab, so dass man am Ende kaum mehr weiß, was Wirklichkeit, und was Fiktion ist. Was also wollte uns der Autor sagen? Vielleicht, dass man sich von gesellschaftlichen Zwängen befreien sollte und nur Zufriedenheit erlangen kann, wenn man sein Leben so lebt wie man es wirklich möchte? Oder wollte er einfach nur den Voyeurismus des Zuschauers bedienen und dies unter dem Schleier der Kunst verstecken? Asuka Kurosawa ist toll, da gibt es keine Frage. Die Symbolkraft des Filmes hält den Betrachter in einer eigenen Welt gefangen. Die Story ist durchaus interessant. Dennoch, an A Snake Of June werden sich die Geister scheiden. Perverser Schund werden die einen schimpfen, Kunstwerk werden die anderen jubeln. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Aber es ist ein Film, der einem, auf welche Weise auch immer, sicher in Erinnerung bleiben wird.

FILMREZENSION VON LAGO
"A Snake Of June" - Eine Schlange im Juni. Ein ungewöhnlicher Titel, der aber als Metapher zu sehen ist, für einen wundervollen Film. Dieser spielt nämlich zur Regenszeit im Juni in Japan. Gut 15 Jahre halt Shinya Tsukamoto gebraucht bis er schließlich diesen Film realisierte. Dies lag unter anderem am Wetter und auch immer wieder neuen Einfällen. Anfangs wollte er einen völligen Erotikfilm machen, doch es kamen im Laufe der Jahre immer neue Ideen und andere Absichten. Die ursprüngliche Idee war anders als der Film letztendlich geworden ist, mehr Gewalt, mehr Pornographie und deutlich unmoralischer. Doch Gewalt und Erotik sind eng miteinander verbunden. Sie sind Urinstinkte, die wir Menschen schon von den Affen vererbt bekommen haben und sind ebenso normal wie das Bedürfnis zu essen. Deswegen spielen sie auch in Tsukamotos Filmen eine große Rolle und er will nichts verharmlosen oder wegwischen. Dann dreht der Film nochmal wieder auf, ein paar witzige Szenen gibt es noch zu bestaunen und ein paar Fragen werden geklärt. Herausgekommen ist ein wunderschöner Film, von dem man anfangs gar nicht erwartet, wie gefühlvoll er doch ist, wo er doch sehr hart und deprimierend beginnt. So will der Voyeur, den Rinko Tage zuvor selber bei der Telefonseelsorge vor dem Selbstmord rettete, nur ihr bestes. Sie soll aus sich raus kommen, ihren Gefühlen freien Lauf lassen und so lange sie lebt, ihr Leben geniessen. Die Traurigkeit und Schicksalschläge der Hauptpersonen werden von der erstklassigen Inszenierung mit dem Dauerregen und der Farbgebung perfekt untermalt. Der ganze Film ist in Blautönen, blau-schwarz-weiß gedreht und zusammen mit tollen Soundtrack passt das wirklich super zu der Story. Dazu kommen dann noch die starken Leistungen der Schauspieler. Besser geht es eigentlich nicht. Shinya Tsukamoto tat gut daran, sich von der Grundidee einen Film voller Gewalt und Erotik abzuwenden, auch wenn dies eher unbewusst geschah und er gar nicht genau weiß, warum und wieso "A Snake Of June" nun so geworden ist, wie er ist, sagt Tsukamoto selbst. Der Grad an Gewalt ist so nun im Vergleich zu seinen anderen Film doch gering und die Nacktszenen und Fotos halten den Anteil an Erotik auf einem guten Level, so dass der Film weit von reiner Pornographie entfernt bleibt. Der Film hat eine anspruchsvolle, traurige und realistische Story und regt zum Nachdenken an. Dass man die Antworten auf die Fragen, die der Film aufwirft, nicht direkt vor der Nase serviert bekommt, sollte Tsukamoto-Fans schon bekannt sein und dies ist ja auch ein Grund dafür, warum seine Filme berühren, ansprechen und etwas Besonderes sind.



USER-REZENSION VON CHRISTIAN_ZEBE
Will künstlerisch wertvoll sein, kann aber gut als Schlaftablete helfen...

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6.8/10 bei 8 Stimmen. .
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