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asianfilmweb • Filme • Street Mobster (JP 1972) • Modern Yakuza: Outlaw Killer · Gendai Yakuza Hitokiri Yata
FILMEJP • STREET MOBSTER
STREET MOBSTER

     aka MODERN YAKUZA: OUTLAW KILLER · GENDAI YAKUZA HITOKIRI YATA
     JAPAN 1972

CAST & CREW
REGIE Kinji Fukasaku
DARSTELLERBunta Sugawara, Noboru Ando, Mayumi Nagisa, Asao Koike, Noboru Mitani, Nobuo Yana

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD Street Mobster

UsaHome Vision
 2,35:1 anamorph · japanisch DD2.0 · englische...

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
88 Minuten

FILMINHALT
Isama Okita ist der klassische Straßengangster und dementsprechend bemüht, in seinem Jagdrevier durch allerlei Gaunereien den Reibach zu machen. Er ist ein Prügelknabe der alten Ich-nehm-mir-was-ich-brauche-Schule und liebt das Leben im Sumpf der Gewalt, der Hurerei und des Glücksspiels. Konkurrenz belebt das Geschäft, aber nur selten das eigene. Nachdem die Takinawa Gang ihm sein Terrain abspenstig machen will und ihm zu diesem Zweck ganz ordentlich die Fresse poliert, holt der hitzige Okita zum Gegenschlag aus. Der gelingt zwar, hat jedoch bedauerlicherweise einen fünfjährigen Aufenthalt im Knast zur Folge. Nach einer kurzen Einleitung beginnt der Film mit seiner Entlassung. In der Zwischenzeit haben sich die Dinge in Tokios Unterwelt gehörig verändert. Die einstigen Gangs wurden verdrängt oder sind zu Organisationen geworden, deren Mitglieder eher Geschäftleuten denn Gangstern gleichen. Okita und seine Rabauken sind zu Anachronismen geworden, womit sich der Liebhaber von handfesten Auseinandersetzungen natürlich nicht abfinden will. Wie gerufen, tritt Kizaki an seine Seite, dessen Talente eher auf dem Gebiet der taktischen, weniger der praktischen Kriegsführung liegen. Dieser erkennt auch, dass die Rückkehr zur bewährten Randale durchaus den Weg in die neue Gangster-Landschaft ebnen kann. Gesagt, getan - nach ein paar zertrümmerten Restaurants, wird auch schon der Anführer des Yato-Clans vorstellig. Er ist beeindruckt von Okitas konsequenter Kampfeslust und bietet ihm die Allianz an, um gemeinsam die Takinawa-Truppe in die Schranken zu weisen. Okita ist wieder im Geschäft, erhält sein eigenes Revier und nimmt Platz im modernen, friedvollen Yakuza-Business. Doch so recht will ihm die neue Welt nicht behagen - zu brav, zu sauber, zu strukturiert für einen penetranten Freigeist, durch dessen Adern pures Tabasco fließt...

FILMREZENSION VON JOSEF K.
Fukasaku (1930-2003) gehört zu den Regisseuren, die maßgeblich die Ära des modernen Yakuza-Genres eingeleitet haben. Im Gegensatz zu den Vorgängern, waren die Filme nun vor allem damit beschäftigt, den Mythos vom stets loyalen und ehrenvollen Gangster gründlich zu demontieren. Yakuza waren nicht länger neuzeitliche Interpretationen eines Samurai im Kampf um traditionelle Werte, stattdessen gierige Banditen im Kampf um das eigene anarchistische System der Ausweglosigkeit im illegalen Abseits der Gesellschaft. 1972 erschienen, ist Street Mobster noch einer jener Streifen, die gewissermaßen die Vorhut bildeten und dem wohl deshalb weder die filmhistorische Funktion, noch der Erfolg eines "Battles Without Honour and Humanity" oder eines "Graveyard of Honour" zuteil wurde. Was wenig später zum Prinzip erklärt und das Genre komplett umkrempeln sollte, wird hier noch als spezifischer Konflikt eines Einzelgängers bearbeitet. Daher bleibt der Bezug zum gesellschaftlichen Kontext auch eher diffus, ganz im Gegensatz zu den späteren Filmen Fukasakus, die ein erbarmungslos deutliches Fazit der japanischen Nachkriegszeit ziehen. Das führt jedoch dazu, dass man es bei Street Mobster mit einem sehr direkten, einem unverdünnten Gangster-Film zu tun hat, der gerade durch seine geringe Komplexität ein unmittelbares Filmvergnügen bietet. Die personifizierte Selbstzerstörung, vertreten durch Okita, trifft dabei auf ein Umfeld der typischen, zuweilen absurden Kodex-Moral, die die Konsequenz des eigenen Daseins anscheinend nicht zu tragen bereit ist, sie stattdessen mit schnieken Anzügen kaschiert und verdrängt. Okita hingegen präsentiert sich als das, was er ist: Ein Ergebnis seiner Umstände, zerfressen von Wut und Hass, dafür authentisch und kompromisslos in der Befriedigung seiner Gier. Der charismatische Bunta Sugawara zeigt 88 Minuten lang eine derart angespannte Mimik, dass man glaubt, der Bursche wohne seit Jahrzehnten direkt zwischen Autobahn und Flughafen. Dieser Stress, diese Getriebenheit zeichnet nicht nur den Protagonisten, sondern den gesamten Film aus, was ihn extrem temporeich und kurzweilig macht. Zu erwähnen wäre da noch die unglaubliche "Liebesbeziehung" zu Kimiyo, die Okita noch vor seinem Gefängnisaufenthalt vergewaltigte und sie kurz nach seiner Entlassung wieder trifft. Diese merkwürdige sadomasochistische Gewalt-Liebe vermag zu fesseln. Sie verleiht dem Charakter die notwendige Tiefe, die im sonstigen Prügel-Alltag etwas zu kurz kommt und die damit einen willkommenen Ausgleich zum sonst ja recht inhaltsarmen Plot liefert. Alles in allem ein Film, der in erster Linie von Rasanz und raubauziger Gewalt geprägt ist - erfrischend ursprünglich im Vergleich zur oft so überzeichneten Darstellung moderner Versuche. Der psychopathische Charme und die überzeugende Fuck-The-World-Attitüde des Hauptdarstellers verleihen dem Werk das gewisse Etwas. Das Tempo, mit dem Okita und seine Droogs ihr ganz persönliches Clockwork Orange erleben, wird unterstützt durch die wilden Raufereien, die per Handkamera aus extremen Winkeln gefilmt und mit hastigen Schnitten umgesetzt wurden. Dazu ein hervorragend launiger 70s-Jazz-Sound, der die amüsante Note des Films betont. Für Freunde des Genres gehört Street Mobster schon allein auf Grund der enormen Bedeutung von Fukasaku zum erweiterten Pflichtprogramm. Davon abgesehen lässt sich der Streifen auch als mitreißender Beweis dafür einsetzen, dass man als Zuschauer selbst für den verschrobensten Halunken zuweilen so etwas wie Sympathie empfinden kann.



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