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asianfilmweb • Filme • A Thousand Years Of Good Prayers (USA 2007) • Mr. Shi und der Gesang der Zikaden
FILMEUSA • A THOUSAND YEARS OF GOOD PRAYERS
A THOUSAND YEARS OF GOOD PRAYERS

     aka MR. SHI UND DER GESANG DER ZIKADEN
     USA 2007

CAST & CREW
REGIE Wayne Wang
DARSTELLERHenry O, Faye Yu, Vida Ghahremani, Pavel Lychnikoff, Angela Dierdorff Petro

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
83 Minuten

FILMINHALT
Mr. Shi (Henry O), ein chinesischer Witwer und Rentner, besucht seine Tochter Yilan (Faye Yu), die seit vielen Jahren in den USA lebt. Mr. Shi ist gekommen, um den verlorenen Kontakt mit seiner Tochter zu erneuern und gleichzeitig ihr Leben zu ordnen, dass er nach einer Scheidung im Argen sieht. Yilan ist davon wenig begeistert und entzieht sich ihrem Vater, was diesen stark irritiert. Um nicht ständig allein in der Wohnung zu sitzen, begibt sich Mr. Shi auf kleinere Touren durch die Kleinstadt seiner Tochter. Er begegnet verschiedenen Menschen, darunter einer älteren iranischen Dame (Vida Ghahremani), mit der er seine Sprachprobleme teilen kann. Trotz aller Verständigungsschwierigkeiten entwickelt sich eine zarte Freundschaft, die allerdings ein überraschend-abruptes Ende findet. Die sich daran anschließende, nicht zu vermeidende Konfrontation mit seiner Tochter bringt eine lange versteckte Wahrheit ans Licht.

FILMREZENSION VON MICHAEL FROST
Der Regisseur Wayne Wang ist den meisten Menschen durch den Film "Smoke" ein Begriff, der auf unnachahmliche Weise den Stadtteil Brooklyn ein Denkmal setzt. Wang ist US-Amerikaner chinesischer Herkunft und hat hier einen kleinen, leisen Film über das Aufeinandertreffen eben dieser beiden Kulturen geschaffen. Der Film ist wirklich ganz einfach gehalten, es spielen nicht viele Personen eine Rolle, und trotzdem schaffen es alle Beteiligten aus dieser (zum Teil sehr radikalen) Reduzierung, einen intensiven Film zu machen. Die großen Themen, die die 83 Minuten von Anfang bis zum Ende durchziehen, sind Fremdheit, Einsamkeit und Sprachlosigkeit. Letztere zeigt der Film in zwei Variationen, der Sprachlosigkeit aufgrund unterschiedlicher Muttersprachen als auch der Sprachlosigkeit in der Vater-Tochter-Beziehung oder der Liebesbeziehung zweier Menschen. Henry O gebührt dabei großer Dank für seine einfühlsame Darstellung des Mr. Shi, der den Film zu großen Teilen durch seine Präsenz trägt. Unvergesslich ist die Szene, in der Mr. Shi zwei Mormonen-Missionare in die Wohnung lässt und Gemeinsamkeiten zwischen deren prophetischen Schriften und dem Kommunismus aufdeckt. Der Film ist an vielen Stellen, in denen der Protagonist auf die amerikanische Kultur trifft, durch einen warmherzigen Humor geprägt, der nie vorführt, aber feine Kritik zulässt. Ein weiterer Höhepunkt stellen die unbeschreiblichen Gespräche, die Mr. Shi mit seiner iranischen Parkbekanntschaft führt, dar, die komisch und anrührend zugleid sind. Hier bewähren sich der Originalton und die Untertitel, solch eine Sprachkonfusion ließe sich nie und nimmer synchronisieren. Ein guter, ein einfühlsamer Film, der aber durch die Langsamkeit der Inszenierung und die Reduzierung auf wenige Charaktere nicht jedermanns Sache ist. Als Richtung kann der deutsche Film "Schultze gets the Blues" von 2004 genannt werden, der um ähnliche Themen kreist und eine ähnliche Inszenierung hat. Überflüssig zu erwähnen, dass "Mr.Shi und der Gesang der Zirkaden" schon Preise für den besten Film und besten Hauptdarsteller gewonnen hat (San Sebastian 2007). Er basiert übrigens auf einer Kurzgeschichte von Yiyun Li.



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