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asianfilmweb • Filme • Tokyo Tribe (JP 2014)
FILMEJP • TOKYO TRIBE
TOKYO TRIBE •

     JAPAN 2014

CAST & CREW
REGIE Sion Sono
DARSTELLERAkihiro Kitamura, Ryohei Suzuki, Tomoko Karina, Hitomi Katayama, Shota Sometani, Riki Takeuchi, Nana Seino
PRODUZENTYoshinori Chiba, Nobuhiro Iizuka
SCRIPT/BUCHSion Sono, Santa Inoue
MUSIKB.C.D.M.G.

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
116 Minuten

FILMINHALT
Das Tokio eines Paralleluniversums (oder gar der nahen Zukunft?) ist geprägt von Nachtclubs, Ghettos und rauen Bandenkriegen. Die einzelnen Viertel der Megametropole werden von verschiedenen brutalen Gangs beherrscht, die in einer Art Waffenstillstand nebeneinander leben und ihr jeweiliges Territorium beherrschen. Als Merra, der Anführer der "Wu-Ronz" Gang, seinen Widersacher der friedliebenden "Musashino Saru" Gang in einen Hinterhalt lockt, löst er damit eine Kettenreaktion aus, die die rivalisierenden Banden gegeneinander aufbringt und einen Kampf um die Vorherrschaft von ganz Tokio auslöst.

FILMREZENSION VON ALEX FEIS
Es fällt mir schwer in Worte zu fassen, was uns Sion Sono hier auftischt. Tokyo Tribe ist ein bunter Reigen aus grotesk überzeichneten Charakteren, Musik- und Tanzeinlagen und wild choreographierten Kampfszenen. Und bevor ihr euch fragt, wie das alles zusammenpasst: Es funktioniert! Und wie! Die Protagonisten rappen, singen, tanzen und kämpfen sich durch die dunklen Viertel Tokios, als sei es das Normalste auf der Welt. Sion Sono schafft es, seine überdrehten Figuren, aberwitzige Kampfeinlagen und riesige Settings mit dutzenden Statisten unter einen Hut zu bringen. Dabei war ich überrascht, wie passend die Gesangseinlagen sind und vor allem wie häufig sie sind. Es gibt kaum eine Szene im Film, die ohne Musik auskommt und nahezu 90 Prozent des Films wird gerappt. Charaktere werden eingeführt, ihre Hintergründe werden beleuchtet und die Story wird vorangetrieben, alles mittels Sprechgesang, den sämtliche Schauspieler hervorragend darbieten. Alles verschmilzt zu einem rhythmischen Ganzen, was nicht zuletzt auch an der famosen Kameraarbeit liegt. Bewegung spielt eine zentrale Rolle in "Tokyo Tribe" und so steht Sonos Kamera nie still. Sie umkreist die Darsteller, folgt ihnen schier schwerelos auf Schritt und Tritt und fliegt über neonbeleuchtete Areale. Sion Sono versteht es, mit seiner Kamera einen einzigartigen Flow zu erzeugen, der den Zuschauer Teil des Geschehens werden lässt. Gleich zu Beginn bekommen wir eine atemberaubende, 5 Minuten andauernde Steadycam-Fahrt geboten, in der dem Zuschauer die verschiedenen Gangs vorgestellt werden. Dieser Auftakt zieht den Zuschauer sofort in das Geschehen und bereitet ihn auf das vor, was noch vor ihm liegt: Ein umwerfend ausgestattetes Musical voller genial gerappter Musikeinlagen, haarsträubend knalliger Kostüme und Akrobatikeinlagen, die vor Energie nur so strotzen. Obendrauf bekommen wir Riki Takeuchi als durchgeknallten Buppa, der als Oberfiesling seine Widersacher per "Gatling Gun" ins Jenseits befördert. Herrlich! Dass hier keine Langeweile aufkommt brauche ich euch nicht zu sagen. Man muss es gesehen haben, um es zu glauben.

Wenn man dem Film eines ankreiden möchte, dann vielleicht, dass er keine echte Identifikationsfigur liefert. Keiner der Charaktere ist menschlich genug, um sich in ihn hineinversetzen zu können. Jeder ist mehr oder weniger und auf seine Art und Weise verrückt und hoffnungslos überzeichnet. Außerdem bietet die Story nicht allzu viel, um sich groß darum zu scheren, wer wem und aus welchem Grund den Garaus machen möchte. Aber darum geht es hier auch gar nicht. Schauwerte gibt es massig, so viele, dass eine einmalige Sichtung überhaupt nicht ausreicht, um alles in sich aufzunehmen, was Sion Sono hier auffährt.

"Tokyo Tribe" ist ein einzigartiges völlig durchgeknalltes japanisches Hip Hop Musical, das einen von der ersten Minute an in seinen Bann zieht und einen nach zwei Stunden mit offenem Mund in die Wirklichkeit entlässt. Geniales Kino von einem der kreativsten und unberechenbarsten Köpfe der japanischen Filmlandschaft.



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