| "Jungfrau, 18 - Verkauft vom eigenen Vater" ist so schlimm wie es der Titel schon vermuten lässt. Bei früheren Vivamax-Produktionen sprach ich gerne mal von "Red Flag - Der Film" und bei diesem Werk von Christopher Novabos muss es sich definitiv um einen Nachfolger handeln. Jesus - das hier passt auf keine Kuhhaut. Wo soll man da anfangen? Wer ist schlimmer? Der alte, reiche Knacker, der unbedingt eine Jungfrau heiraten möchte? Oder doch die skrupellosen Eltern, die ihre Tochter für ein paar Millionen Pesos an den Macker verkaufen? Klar, Iris hat der Ehe zugestimmt, aber mit 18 Jahren trifft man gerne noch die ein oder andere dumme Entscheidung.
Schon bei der Grundprämisse hakt es also gewaltig, aber auch die Umsetzung ist nicht besser. Viele Szenen wirken absolut an den Haaren herbeigezogen oder sind so dumm, dass man nur noch lachen möchte. Als der perverse Arzt feststellt, dass Iris keine Jungfrau mehr ist, ist er doch tatsächlich todtraurig bevor er absolut durchdreht. Und dann soll Iris gerettet werden - kein Spoiler - und ihrem "Helden" fällt nichts anderes ein als sie erst einmal wie ein notgeiler Bock zu besteigen. Wer schreibt denn so einen Quatsch?!?
Ein weiteres Problem habe ich mit Vergewaltigungsszenen, die zu sinnlich inszeniert werden. Und die gibt es hier leider auch zu durchleiden und vermitteln obendrein ein komplett falsches Bild von dem eigentlichen Geschehen. Das ist nicht cool und sollte in der heutigen Zeit auch bei jedem angekommen sein. Mir ist schon klar, dass viele Filme von Vivamax der Fleischbeschau dienen, aber gerne dann nicht in solch einem Kontext.
Inszeniert ist der Film an sich nämlich ganz ordentlich und handwerklich lässt sich nicht viel meckern. Auch die Darsteller*innen sind mal keine Totalausfälle, vor allem Iris - gespielt von Dyessa Garcia - und deren Familie sind gut gecastet.
Und dann ist da noch dieses Ende - aber das muss man selber sehen. Ich plädiere für einen Nachfolger, der Iris? Geschichte weitererzählt und sie mal einen klaren Kopf bekommen lässt. Es gäbe da noch einige Opfer für einen ordentlichen Rachefeldzug. |